Was passiert im Körper? 

Flirt-Alarm – 7 Fakts über Frühlingsgefühle

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Wie entstehen Frühlingsgefühle und von was werden sie ausgelößt? 

Die Tage werden länger, die Röcke kürzer: Der Frühling steht vor der Tür. Viele verspüren einen Energieschub - doch worauf beruht er? Sind es die berüchtigten Frühlingsgefühle? 

Wie entstehen Frühlingsgefühle? Warum beschäftigen sie uns so sehr? Und warum macht uns der Anblick luftiger und bunter Kleidung gute Laune? Das Phänomen „Frühlingsgefühle“ – was spürt unser Körper wirklich und was ist nur Einbildung? 

Der Faktencheck

1)  Frühlingsgefühle – gibt es sie tatsächlich?

Annahme: Sie sind nur Einbildung.

Fakt: „Das Frühlingsgefühl existiert. Man spürt ein Gefühl der Aufbruchstimmung, ein Gefühl, Ballast abzuwerfen von der kalten dunklen Winterzeit“, sagt Matthias Weber, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). „Die Tage werden wieder länger, die Dunkelheit verschwindet und das führt dazu, dass man mehr Tatendrang bekommt.“

2) Was passiert genau in unserem Körper?

Annahme: Weil es wärmer wird, werden wir aktiver.

Fakt: Die höheren Temperaturen sind nicht der Auslöser für bessere Stimmung. Vielmehr wird durch die zunehmende Lichteinwirkung über das Auge in der Zirbeldrüse im Gehirn das Schlafhormon Melatonin reduziert. Dies führt zu hormonellen Veränderungen. Das Glückshormon Serotonin steigt, aber auch Dopamin und Noradrenalin. Man fühlt sich aktiver und wacher. Dieses neue Auferstehen der Aktivität wird vom Körper als begrüßenswertes Gefühl aufgefasst. Nicht nur das Auge nimmt den Frühlingsbeginn wahr. Man riecht förmlich, dass der Frühling wieder beginnt, wenn der erdige Geruch des Bodens in den Sonnenstrahlen einem in die Nase steigt.

3) Die Natur erwacht - auch der Mensch?

Annahme: Die innere Uhr sagt uns: Es wird Zeit, durchzustarten.

Fakt: Falsch, vielmehr hat der subjektive Eindruck damit etwas zu tun. Wer in den dunklen Monaten genug Licht tankt, nimmt die Frühjahrssonne weniger intensiv wahr. Aus psychologischer Sicht sind Frühlingsgefühle auf Kontrasteffekte zurückzuführen. Aber auch menschliche Gewohnheiten, die über Jahrhunderte weitergegeben worden sind, spielten eine Rolle. 

4) Sorgen optische Reize für das hormonelle Erwachen?

Annahme: Frauen tragen kürzere Kleidung, Männer präsentieren im T-Shirt ihre Bizeps. Das lockt potenzielle Partner an.

Fakt: Gesundheitspsychologin Scharnhorst ist skeptisch: „Das hat vielmehr etwas mit unserer Erwartungshaltung zu tun“. Nach dem Motto: Draußen tut sich was, also muss sich auch in meinem Leben etwas verändern. Weber hingegen erklärt: „Durch hormonelle Einwirkungen wie die Pille, durch Winterreisen und andere künstliche Bedingungen können die natürlichen Reize heute abgeschwächt werden. Aber sicherlich sind sie immer noch vorhanden.“

5) Warum sind Frühjahrsgefühle überhaupt ein Thema?

Annahme: Unsere inneren Veränderungen beschäftigen uns so sehr, dass wir sie allen mitteilen müssen.

Fakt: Nein, Ursachen sind vor allem unser Zusammenleben und unsere Tendenz zur Selbstbespiegelung in der westlichen Welt, meint Scharnhorst.  Außerdem ist es kein Zufall, dass das Wetter vor allem in Unterhaltungen ein beliebtes Thema ist. 

6) Gibt es Frühlingsgefühle auch in anderen Kulturen und Kontinenten?

Annahme: Nein, darüber sprechen nur wir.

Fakt: „Auch in Nordamerika sind Frühlingsgefühle als ‚Spring Fever‘ bekannt“, erläutert Hormon-Experte Weber. „Aber je näher man dem Äquator kommt, desto geringer sind die Unterschiede zwischen Tag und Nacht, zwischen Sommer und Winter. Umso weniger sind dort also Frühlingsgefühle feststellbar.“

dpa

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